Das Sammlungskonzept des Bauernhofmuseums Jexhof definiert die Ziele, Aufgaben und Arbeitsgrundlagen des Museums im Umgang mit seiner Sammlung. Es orientiert sich an den Standards des Deutschen Museumsbundes und des ICOM (international council of museums) und versteht die Sammlung als Herzstück der Museumsarbeit.

Der Jexhof ist ein denkmalgeschützter, original erhaltener Bauernhof des Landkreises Fürstenfeldbruck. Im Mittelpunkt steht die Vermittlung der ländlichen Kultur und ihrer Entwicklung von der Agrar- zur Industriegesellschaft. Das Museum behandelt dabei drei zentrale Themenfelder: das bäuerliche Leben um 1900, den sozialen und wirtschaftlichen Wandel des ländlichen Raums sowie die natürlichen Grundlagen bäuerlicher Existenz.
Die Sammlung konzentriert sich auf Sachkultur aus der Region Fürstenfeldbruck, überwiegend aus der Zeit zwischen etwa 1750 und 1950. Gesammelt werden Bauteile, Möbel und Hausrat, landwirtschaftliche Geräte, Handwerkszeug, Textilien, Fotografien sowie Archivalien und Druckwerke.
Die Sammlung entstand in den 1980er Jahren aus dem originalen Inventar des Jexhofs und wurde durch Schenkungen und Leihgaben im Laufe der Jahre erweitert. Heute umfasst sie rund 19.000 Objekte. Um die Qualität der Sammlung zu sichern, werden die Bestände systematisch inventarisiert, dokumentiert und auf Doppelbestände oder nicht mehr sammlungsrelevante Objekte überprüft.
Neue Objekte werden ausschließlich nach festgelegten Kriterien aufgenommen. Entscheidend sind insbesondere Regionalbezug, Objektgeschichte, kulturhistorische Bedeutung, Erhaltungszustand sowie die Möglichkeit einer langfristigen konservatorischen Betreuung.
Zur wissenschaftlichen Dokumentation und Inventarisierung gehören die Erfassung von Informationen zu Herkunft, Material, Nutzung, Zustand, Fotografien und Standort. Diese möglichst vollständige Dokumentation bildet die Grundlage für Forschung, Ausstellungen sowie schließlich die langfristige Bestandserhaltung.
Die Sammlungspflege folgt dem Grundsatz der vorbeugenden Konservierung. Ziel ist der dauerhafte Erhalt der Originalsubstanz durch geeignete Lagerung, regelmäßige Kontrollen und fachgerechte Restaurierung. Der Zugang zu den Sammlungen erfolgt kontrolliert und dient vor allem Forschung, Bildung sowie Ausstellungen.
Das Konzept sieht außerdem eine verantwortungsvolle Deakzession vor. Nicht mehr sammlungsrelevante, stark beschädigte oder doppelt vorhandene Objekte können nach einem geregelten Verfahren ausgesondert werden. Vorrang hat dabei stets die Weitergabe an andere Museen.
Insgesamt schafft das Sammlungskonzept verbindliche Regeln für Sammeln, Dokumentation, Pflege, Nutzung und Aussonderung der Bestände. Ziel ist eine wissenschaftlich fundierte, nachhaltig gesicherte Sammlung, die die Geschichte und Kultur des ländlichen Raums im Landkreis Fürstenfeldbruck bewahrt und einer breiten Öffentlichkeit vermittelt.


